Inhalt­li­cher Überblick

Die Anpas­sung von Städ­ten an die Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels ist in den kom­men­den Jah­ren unum­gäng­lich. So ist auch in der Lan­des­haupt­stadt Kla­gen­furt am Wör­ther­see in Zukunft mit höhe­ren Tem­pe­ra­tu­ren und einem ver­mehr­ten Auf­tre­ten von urba­nen Hit­ze­in­seln in Gebie­ten mit hoher Flä­chen­ver­sie­ge­lung und Bebau­ungs­dich­te zu rechnen.

Im Zen­trum des Pro­jek­tes GREEN­sChOOL­ENER­GY steht die HTL1 Kla­gen­furt Las­ten­stra­ße, die durch eine groß­zü­gig ange­leg­te, süd­ex­po­nier­te Glas­fas­sa­de und einer ver­sie­gel­ten Flä­che im Haupt­ein­gangs­be­reich sowie einem dar­über lie­gen­den her­kömm­li­chen Flach­dach mit star­ker Über­hit­zung kon­fron­tiert ist. Die­se Gege­ben­hei­ten sor­gen für gra­vie­ren­de Ein­schrän­kun­gen der kör­per­li­chen und geis­ti­gen Leis­tungs­fä­hig­keit der Schü­le­rin­nen und Schü­ler sowie dem Lehrpersonal.

Inhal­te und Zielsetzungen

Im vor­lie­gen­den Pro­jekt soll einer­seits mit einer stra­te­gi­schen Begrü­nung des Vor­plat­zes und dem Flach­dach der urba­ne Hit­ze­in­sel­ef­fekt eben­dort redu­ziert und ande­rer­seits die hohe Son­nen­ein­strah­lung zur loka­len Strom­pro­duk­ti­on genutzt wer­den. Hier­bei bie­ten sich Tei­le des Vor­plat­zes, ein Groß­teil der Glas­fas­sa­de sowie das bereits erwähn­te Flach­dach an. Zum Ein­satz kom­men dabei expe­ri­men­tel­le PV-Anla­gen, die aktu­ell noch kei­ne Markt­rei­fe besitzen.

Das Flach­dach wird mit vertikal/bifacialen Modu­len ver­se­hen, die Last­spit­zen in den Mor­gen- und Abend­stun­den abfan­gen sol­len. Kom­bi­niert wer­den die­se PV-Ele­men­te am Dach mit exten­si­ver Begrü­nung und mög­lichst hel­len Pflan­zen­ar­ten, um die Albe­dorück­strah­lung zu erhö­hen und eine zusätz­li­che Ertrags­stei­ge­rung zu erzie­len. Refe­renz­wer­te bie­ten dabei her­kömm­li­che, bereits exis­tie­ren­de PV-Modu­le an ande­ren Tei­len des Daches.

Die Ele­men­te der Glas­fas­sa­de wer­den mit, der Son­ne nach­ge­führ­ten und beweg­li­chen, Modu­len ersetzt und auf unter­schied­li­che Wei­se (Was­ser­film, Sprüh­ne­bel, Fas­sa­den­be­grü­nung etc.) gekühlt, um Ertrags­stei­ge­run­gen zu erzie­len. Am Vor­platz sol­len Begrü­nungs­maß­nah­men die Auf­ent­halts­qua­li­tät erhö­hen. Dabei wird auch ein künst­li­cher Was­ser­lauf ange­legt und im Nah­be­reich mit wei­te­ren PV-Modu­len Strom erzeugt.

Metho­di­sche Vorgehensweise

In dem Arbeits­pa­ket 1 (Pro­jekt­ma­nage­ment) geht es um die Siche­rung der Qua­li­tät eines ter­min­ge­rech­ten Pro­jekt­ab­lau­fes und der Doku­men­ta­ti­on der Pro­jekt­er­geb­nis­se. Dar­un­ter fällt die Koor­di­nie­rung der ein­zel­nen Arbeits­pa­ke­te sowie eine lau­fen­de Bericht­erstat­tung an die Förderstelle.

Das Arbeits­pa­ket 2 (Kom­mu­ni­ka­ti­on und Dis­se­mi­na­ti­on) umfasst die Ver­brei­tung des Pro­jekts in der Öffent­lich­keit, durch Ver­an­stal­tun­gen, Work­shops und digi­ta­len Platt­for­men (Web­site, Social Media, etc.), um die Inhal­te und Pro­jekt­fort­schrit­te mit den Sta­ke­hol­dern und ande­ren Inter­es­sen­ten dis­ku­tie­ren zu können.

Die Arbeits­pa­ke­te 3 (Begrü­nungs­sys­te­me), 4 (Pho­to­vol­ta­ik­sys­te­me) und 5 (Ver­sor­gung und Steue­rung) beschäf­ti­gen sich mit der Ent­wick­lung und Umset­zung der geplan­ten Begrü­nun­gen und PV-Anla­gen sowie deren not­we­ni­ge Steue­rung und Ver­sor­gung. Die­se Arbeits­pa­ke­te sind eng mit­ein­an­der ver­wo­ben und ent­wi­ckeln die jewei­li­gen Kon­zep­te, Detail­pla­nung und Umsetzung.

Für die inter­ne Qua­li­täts­kon­trol­le sind Prüf­be­rich­te und Pfle­ge­pro­to­kol­le zu erstel­len. Das Arbeits­pa­ket 6 (Moni­to­ring, Model­lie­rung, Eva­lu­ie­rung, Geschäfts­mo­del­le) sorgt für die Auf­be­rei­tung und Ver­ar­bei­tung der erho­be­nen Daten an den Ver­suchs­an­la­gen. Dazu wer­den einer­seits Ener­gie­er­trä­ge an den expe­ri­men­tel­len PV-Anla­gen unter­sucht, vege­ta­ti­ons­öko­lo­gi­sche Beson­der­hei­ten gemo­nitort (Wild­bie­nen­auf­kom­men, Boden­pa­ra­me­ter am begrün­ten Dach etc.), mikro- und raum­kli­ma­ti­sche Daten (inkl. ZAMG-Wet­ter­sta­ti­on) erho­ben und das gesam­te Pro­jekt in Bezug auf Kos­ten/­Nut­zen-Rela­ti­on zur Erstel­lung von Geschäfts­mo­del­len verwertet.

Erwar­te­te Ergebnisse

Im Sin­ne der Smart City Stra­te­gie der Lan­des­haupt­stadt Kla­gen­furt am Wör­ther­see trägt das Pro­jekt dazu bei, den urba­nen Hit­ze­in­sel­ef­fekt im nahen Umfeld der Schu­le zu redu­zie­ren und einen Bei­trag für ein ver­träg­li­ches Stadt­kli­ma zu leis­ten. Dar­über hin­aus wird durch die loka­le Strom­pro­duk­ti­on der Anteil der erneu­er­ba­ren Ener­gien erhöht und ein Bei­trag zum Kli­ma­schutz geleistet.

Die Errich­tung der unter­schied­li­chen, inno­va­ti­ven PV-Anla­gen in Kom­bi­na­ti­on mit Begrü­nungs­maß­nah­men trägt dazu bei, dass sowohl Erkennt­nis­se in der tech­ni­schen Umset­zung gene­riert wer­den, als auch die Markt­rei­fe im Real­be­trieb, von Beginn der Pla­nung, über die Errich­tung, bis hin zur Fer­tig­stel­lung und beglei­ten­dem Moni­to­ring fest­ge­stellt wird. Dar­aus resul­tie­rend sol­len Geschäfts­mo­del­le eine zukünf­ti­ge Umset­zung an ande­ren Gebäu­den erleich­tern und gewon­ne­ne Erkennt­nis­se über­trag­bar gemacht werden.